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Schwerpunktthema: USA

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld in Europa hat sich mit Blick auf den bevorstehenden Winter 22/23 dramatisch verändert. Auslöser ist vor allem die drohende Energiekrise infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine. Inflation und Lieferengpässe sowie die Zinswende kommen noch hinzu. Die Auswirkungen dieser Konstellation und ob sich eine Rezession noch vermeiden lässt, sind derzeit schwer zu prognostizieren. Umso wichtiger ist es, in diesem herausfordernden Umfeld in resilienten Märkten investiert zu sein. Dazu gehören für die Commerz Real auch die Metropolen in den Vereinigten Staaten. In New York City wurde nun ein neuer Standort eröffnet – mit dem klaren Ziel, das Immobilien-Exposure in den USA zu vergrößern. Welche Chancen wir dort sehen, wollen wir hiermit näher im Detail beleuchten. Außerdem sprechen wir mit Yves-Maurice Radwan, Head of Green Deal Infrastructure, über die drohende Energiekrise und was die Bundesregierung jetzt forcieren müsste. Viel Spaß beim Lesen!


Die Commerz Real auf der EXPO REAL 4. – 6. Oktober 2022 in München


Sie finden uns wie gewohnt an unserem Stand B2.210! Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Noch mehr Informationen zur EXPO REAL sowie die Teilnahmemöglichkeiten an den virtuellen Formaten finden Sie hier: EXPO REAL


Größer, jünger, dynamischer – die USA bleiben ein attraktiver Markt

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind nicht nur die größte Volkswirtschaft der Welt, sie stellen mit dem US-Dollar auch die Weltleitwährung. Im Schnitt sind die US-Amerikaner rund zehn Jahre jünger als die Bundesbürger1 – ein demografischer Vorteil, den die Bundeszentrale für politische Bildung mit der jahrhundertelangen, erfolgreichen Einwanderungs- und Integrationspolitik erklärt.2 Auch das strukturelle Wachstumspotenzial von Wirtschaft und Bevölkerung ist deutlich höher als in Europa, weshalb sich US-Anlagen als Beimischung zur Diversifikation von Kapitalanlagen per se empfehlen.

 

Gleiches gilt für den weltgrößten Immobilienmarkt, der zudem der liquideste und einer der transparentesten der Welt ist. Gemäß JLL liegen die Vereinigten Staaten mit einem Transparenz-Indexwert von 1,34 an zweiter Stelle hinter Großbritannien mit 1,25.3 Außerdem stimmt der Spread. Die Experten des Fortune-500-Immobiliendienstleisters CBRE Group erwarten, dass die Rendite der zehnjährigen US-amerikanischen Staatsanleihen auf 2,3 Prozent steigen wird – ein Niveau, das eine gesunde Differenz im Vergleich zu den Cap-Rates (Ankaufsrenditen) an den Immobilienmärkten beibehalten wird. Darüber hinaus stützt ein starkes Wirtschaftswachstum die Fundamentaldaten der Immobilienmärkte. Für Investoren ist dies – neben der Inflationsabsicherung – ein wesentlicher Grund, Immobilien in den USA verstärkt in Betracht zu ziehen.4

Die US-Wirtschaft erholt sich, die Inflation sinkt stärker als erwartet

Auch das sind „good news“: In den USA hat die Dynamik des Preisanstiegs stärker als erwartet nachgelassen. Betrug sie im Juni dieses Jahres noch 9,1 Prozent, wurde laut US-Arbeitsministerium für Juli eine Inflationsrate von 8,5 Prozent verzeichnet. Dazu hat einerseits die Leitzinserhöhung vom Juni 2022 um 75 Basispunkte durch die US-Notenbank Fed beigetragen.5 Andererseits kam als dämpfender Effekt die jüngst gesunkenen Benzinpreise in den USA hinzu6, was unmittelbar die Preisdaten beim US-Dollar und bei den Kaitalmarktzinsen nachgeben ließ. Dies kann darauf hindeuten, dass die Fed die nächsten Zinsschritte gemäßigter gestaltet. Von daher gilt es, die Entwicklung der Verbraucherpreise im Auge zu behalten. In ihrem jüngsten Forecast hat die Commerzbank ein Ziel im Bereich von 4,0 Prozent bis Jahresende angenommen.7

Andererseits spricht der robuste Arbeitsmarkt dafür, dass die Fed weiterhin bei ihrer Zinsstrategie bleibt. Entgegen den Prognosen lag der Jobzuwachs im Juni 2022 bei 398.000 und konnte mit 528.000 mehr Beschäftigten im Juli 2022 einen erneuten Boom quer durch alle Branchen verzeichnen. Ob es noch zu einer Abkühlung kommt und der Inflationsdruck sinkt, wird der Arbeitsmarktbericht für den August 2022 zeigen. Setzt sich der aktuelle Trend fort, ist ein weiterer Zinsschritt von 75 Basispunkten im September höchst wahrscheinlich.9

 

New York: Wer die besten Lagen bietet, bleibt gefragt

Das Bild eines robusten Arbeitsmarkts spiegelt sich auch in New York City wider. Hält die Erholung an, dürfte die Beschäftigungsquote in der Stadt am Hudson River noch in diesem Jahr um 3,9 Prozentpunkte wachsen. Demnach sollten die traditionellen Anbieter klassischer Büroberufe 45.000 Beschäftigte hinzugewinnen und bis zum Jahresende den Personalbestand von vor der Pandemie erreichen.10 Angesichts der regen Bautätigkeit – derzeit beträgt die im Bau befindliche Fläche in New York 20 Millionen Quadratmeter – dürfte der Leerstand hoch bleiben.

Zwar haben Mieter aller Branchen damit begonnen, ihre Mitarbeiter wieder ins Büro zu beordern, allerdings wird dies nicht im gleichen Umfang wie vor der Pandemie geschehen. Wieder verstärkt zur Büropräsenz übergehen werden sogenannte FIRE-Firmen – Unternehmen aus der Finanz-, Versicherungs-, Immobilien- und Anwaltsbranche. Bei TAMI-Firmen – Unternehmen aus den Bereichen Technologie, Werbung, Medien und Information – zeichnet sich eher die Tendenz zu Hybridmodellen ab.11

 

Der Flächenüberschuss trennt die Spreu vom Weizen

Generell sind die größten New Yorker Arbeitgeber bestrebt, ihre Mitarbeiter wieder ins Büro zu locken. Wohl wissend, dass weniger Arbeitnehmer in Vollzeit im Büro arbeiten werden als vor der Pandemie, setzen sie bevorzugt auf kleinere Grundrisse und Räume, die mehr Flexibilität bieten als traditionelle Büroräumlichkeiten. A-Lagen sind dabei das A und O, was wiederum im Mietmarkt ein Zwei-Klassen-System hervorgebracht hat. So stiegen die Mieten in eben jener Kategorie im Laufe dieses Jahres um 3,1 Prozent, während die Mieten für Objekte der Kategorien B und C im Durchschnitt um 1,8 Prozent zurückgingen. Immerhin scheint sich der Leerstand derzeit zu stabilisieren.12 In Summe ist die Transaktionsaktivität im New Yorker Bürosektor in den zwölf Monaten bis Ende März wieder auf dem Niveau von vor 2020 angekommen.

 

Die Strahlkraft der Hauptstadt steht außer Frage

Dem Charme, im unmittelbaren Umfeld der Regierung angesiedelt zu sein, können sich gerade Fortune-500-Unternehmen nicht entziehen. Entsprechend hoch ist ihre Konzentration in Washington, D.C. Allein diese Tatsache vermittelt Immobilieninvestoren ein Gefühl von Stabilität. Folglich hat das Transaktionsgeschehen, kaum war die Pandemie weitgehend abgeklungen, schnell an Tempo gewonnen und binnen eines Jahres um fast 60 Prozent zugelegt.13 Parallel stieg der durchschnittliche Verkaufspreis um fast drei Prozent, während die Mieten etwas dezenter um 1,8 Prozent in den Vororten in Maryland bis 0,4 Prozent in den Vororten in Virginia kletterten.

 

In Washington, D.C., gelingen aufsehenerregende Vermietungs-Coups

Die Aussage Joe Bidens in seiner Rede zur Lage der Nation, dass die große Mehrheit der Bundesbediensteten schrittweise wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren wird,14 hatte für viele Firmen Aufforderungscharakter. In den zwölf Monaten bis März 2022 wurden 700.000 Quadratmeter Bürofläche angemietet, was den höchsten Wert seit Ausbruch der Pandemie darstellt.15 Großes Aufsehen erregte der jüngst geschlossene Mietvertrag der US-amerikanischen Wertpapieraufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) über 1,2 Millionen Quadratmeter. Eine Anmietung in dieser Größenordnung hatte es seit 15 Jahren nicht mehr gegeben. Auch die Luft- und Raumfahrbranche zieht es in die US-Hauptstadt. Sowohl Boeing als auch Raytheon Technologies haben die Verlegung ihres Firmensitzes nach Arlington im US-Bundesstaat Washington angekündigt, was als Ausrufezeichen für die Bedeutung des Standorts verstanden werden darf.
 

Parallelen zu New York sind offensichtlich

Wie im gesamten Land zeigt sich auch der Arbeitsmarkt in der Bundeshauptstadt erstarkt. Im Mai dieses Jahres lag der Personalbestand im Bereich der klassischen Bürojobs nur noch knapp 1.000 Stellen unter dem Höchststand vor der Pandemie. Dazu passt das ehrgeizige Ziel der Baubranche, den Bürobestand in Washington, D.C., um ein Prozent zu erhöhen. 0,6 Prozent sind bereits erreicht und stehen wie in New York einem relativ hohen Leerstand gegenüber. Dieser trifft jedoch auch die weniger gefragten Lagen. Begehrt sind hingegen Büros in Downtown und Uptown D.C., wobei der Fokus auf Objekten mit einer Fläche von mehr als 100.000 Quadratmetern liegt.16
 


1 Länderdaten: https://www.laenderdaten.info/laendervergleich.php?country1=USA&country2=DEU
2 Bundeszentrale für politische Bildung: https://www.bpb.de/themen/migration-integration/laenderprofile/143975/vereinigte-staaten-von-amerika/
JLL Global Real Estate Transparency Index 2022: https://www.jll.de/content/dam/jll-com/documents/pdf/research/global/jll-global-real-estate-transparency-index-2022.pdf
4 CBRE US Cap rate Survey H2 2021: https://www.cbre.com/insights/reports/cap-rate-survey-h2-2021
Special Report Financial Markets von Marcus & Millichap, Juni 2022: https://www.marcusmillichap.com/research/special-report/2022/06/financial-markets-special-report
 Zeit Online, 10. August 2022: https://www.zeit.de/wirtschaft/2022-08/usa-inflation-gesunken-fed-notenbank-leitzins
7  Commerzbank Forecast: https://www.commerzbank.de/media/en/research/economic_research/aktuell_1/GrowthandInflation.pdf
Commerzbank Economic Briefing: https://commerzbank.bluematrix.com/links2/html/331be446-1b40-47d7-bae2-b72d67fbfacb
Commerzbank Economic Briefing: https://commerzbank.bluematrix.com/links2/html/331be446-1b40-47d7-bae2-b72d67fbfacb
10 https://www.marcusmillichap.com/research/market-report/new-york-city/new-york-2q22-office-market-report
11 Newmark: New York City’s Path to Recovery June 2022, Seite 2.
12 https://www.marcusmillichap.com/research/market-report/new-york-city/new-york-2q22-office-market-report
13 https://www.marcusmillichap.com/research/market-report/washington-dc/washington-dc-2q22-office-market-report
14 https://www.whitehouse.gov/state-of-the-union-2022/
15 https://www.marcusmillichap.com/research/market-report/washington-dc/washington-dc-2q22-office-market-report
16 https://www.marcusmillichap.com/research/market-report/washington-dc/washington-dc-2q22-office-market-report
 

Unser Standpunkt:

„Während am Markt derzeit die Meinung vorherrscht, die Städte im Süden seien die attraktivsten Investitionsstandorte, richten wir auch künftig den Fokus auf Metropolen wie New York, Boston, Washington, Chicago, Seattle, San Francisco, Los Angeles und Miami. Bei den ,Sunbelt Cities‘ handelt es sich bis auf Dallas, Houston und Atlanta nicht um ,Gateway Cities‘. Objekte, die dort für einen Erwerb infrage kommen, haben in der Regel weder die nötige Größe noch die erforderliche Zertifizierung beziehungsweise den passenden Mieterbesatz. Oder sie stellen ein Klumpenrisiko dar. Mit den jüngsten Ankäufen in New York und Washington bleiben wir unserer langfristig erfolgreichen Strategie treu.“

Barkha Mehmedagic, Global Head of Institutional Sales and Group Treasury, Commerz Real

 

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Bleibt eine Klasse für sich: der Bürosektor in US-Metropolen

Der US-Büroimmobilienmarkt ist dabei, die Krise abzuschütteln. Insbesondere in den großen Metropolen stehen die Zeichen auf Erholung. In Manhattan etwa beginnen die Mieten trotz hoher Leerstände zu steigen. Ursache hierfür ist der hohe Qualitätsanspruch, den Mieter an Fläche, Lage und Flexibilität haben. Bereits Mitte dieses Jahres konnten die Mieten das während der Pandemie erreichte zyklische Höchstniveau übertreffen.1 Die größten Vertragsabschlüsse konzentrierten sich dabei auf nagelneue und kürzlich renovierte Flächen, was die Vermieter von Top-Flächen zu Preiserhöhungen veranlasst hat. Zuletzt stiegen die Spitzenmieten im New Yorker Bezirk Manhattan im Vergleich zum Jahresende 2021 um 4,7 % auf 75,39 US-Dollar pro Quadratmeter und die Gesamtmieten um 4,3 % auf 72,03 US pro Quadratmeter zur Jahresmitte.2

Ein ähnliches Bild zeichnet sich in Washington, D. C., ab. Nach einem eher schwachen Start im ersten Quartal dieses Jahres zeigte sich der Büroimmobiliensektor der US-Bundeshauptstadt im zweiten Quartal wieder stärker. Wie in New York City treibt die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Flächen die Spitzenmieten in die Höhe.3 So betrug die durchschnittliche Spitzenmiete für Büroflächen zur Jahresmitte 2022 78,70 US-Dollar pro Quadratmeter, was einen leichten Anstieg gegenüber dem Jahresende 2021 entspricht. Und das trotz steigender Leerstandsquote.4

Beim Ankauf ist Präzision gefragt

Das ist ein ausgesprochen positiver Trend, wenn man bedenkt, dass die Pandemie dem Büroimmobilienmarkt in USA schwer zugesetzt hatte. Als Dämpfer auf die allmählich anziehende Transaktionsdynamik können sich hingegen die gestiegenen Zinssätze auswirken. Nicht von ungefähr hat die Association of Foreign Investors in Real Estate in ihrem jüngst veröffentlichten Bericht erklärt, dass Büroinvestitionen in der Post-COVID-Ära wahrscheinlich ein höheres Maß an Präzision erfordern als in früheren Zyklen.5 Da die Commerz Real erst kürzlich im Segment US-Büroimmobilien zwei große Deals abgeschlossen und obendrein in der 225 Liberty St. in Lower Manhattan ihr erstes US-Büro eröffnet hat, darf genau diese Präzision unterstellt werden.

Die richtigen Objekte punkten selbst im Bürosegment

Tatsächlich ist die Eröffnung einer US-Niederlassung Bestandteil eines durchdachten Masterplans. Bereits im Jahr 2014 hatte die Commerz Real begonnen, sich wieder verstärkt im US-Immobilienmarkt zu engagieren. Angesichts der russischen Invasion in der Ukraine und anderer Marktsorgen betrachtet man die Vereinigten Staaten mehr denn je als sicheren Hafen. Die Eröffnung einer eigenen Repräsentanz in New York City darf vor diesem Hintergrund als Statement gewertet werden.

Wie eingangs erwähnt, deuten viele Signale darauf hin, dass sich das Bürosegment in den Vereinigten Staaten erholt. Um auch zukünftig für qualifizierte Mitarbeiter attraktiv zu bleiben, halten viele Unternehmen an ihren Vermögenswerten und Standortvorteilen fest. Das wohl markanteste Beispiel ist Google – offiziell einer der größten Befürworter des Homeoffice. Im Jahr 2021 hat der Technologiegigant die Rekordsumme von 2,1 Milliarden US-Dollar in ein Bürogebäude in Manhattan investiert.6 Diese Entscheidung mag auch darin begründet liegen, dass sich die zeitweise totgesagten zentralen Geschäftsviertel wieder mit Leben füllen. Gerade in den Central Business Districts (CBDs) der größten Gateway-Städte beginnt die Energie wieder zu pulsieren.

 

Top-Standorte sind nach wie vor Mitarbeitermagnete

Auch die Commerz Real weiß von einem eher antizyklischen Verhalten ihrer Mieter zu berichten. In den zahlreichen Mietvertragsverhandlungen, die während der Pandemie geführt wurden, haben sich die Mieter durchweg für den Beibehalt der angestammten Flächen entschieden. Als Begründung nannten sie erstklassige Flächen in bester Lage mit herausragenden Annehmlichkeiten, guter Verkehrsanbindung und kurzen Wegen zum Büro. Das wiederum bestätigt Commerz Real in ihrer Strategie, auf erstklassige Objekte der Klasse A zu setzen und Objekte der Klassen B und C dann in Betracht zu ziehen, wenn diese sich für eine Sanierung oder Umwidmung eignen.

Der US-Immobilienbestand im hausInvest, dem offenen Immobilienfonds der Commerz Real, ist dafür ein eindrucksvolles Indiz. Bei sechs der insgesamt zwölf Objekte handelt es sich um Büroimmobilien. In New York ist die Commerz Real Eigentümerin der „222 East 41st Street“ in der Nähe des Grand Central Terminals in Midtown. Dort belegt ein medizinisches Zentrum der New York University, das NYU Langone Health System, mehr als 36.000 Quadratmeter in dem Gebäude. Der Mietvertrag läuft bis Oktober 2046. Ebenfalls zum Büroimmobilienportfolio gehören „The National“ im zentralen Geschäftsviertel Loop in Chicago und die von Facebook genutzte „Dexter Station“ in Seattle. Die jüngsten Neuzugänge sind das im Juni erworbene Gebäude „1900 N St. NW“ in Washington, D.C., sowie der aus einem spektakulären Vorjahres-Deal stammende, frisch renovierte Büroturm „100 Pearl Street“ im New Yorker Financial District, der nur wenige Gehminuten vom neuen Firmensitz der Commerz Real entfernt steht.

Dass die Leerstandsquote für Büros gerade dort auf ein Rekordhoch von 18,5 Prozent gestiegen ist, bereitet Commerz Real keine Bedenken.7 Vielmehr ist man der Überzeugung, dass es für den richtigen Standort und die richtige Qualität immer eine Nachfrage geben wird. Das beweist nicht nur das langfristig voll vermietete Büroportfolio, sondern auch der übrige US-Bestand des hausInvest, zu dem noch vier Hotels im Wert von 914 Millionen US-Dollar und zwei Einkaufszentren im Wert von rund 158 Millionen US-Dollar zählen.

 

Commerz Real sondiert den Markt für Wohnimmobilien

Das Ende der Fahnenstange ist damit noch lange nicht erreicht. Den Besuch in New York anlässlich der Eröffnung des US-Büros8 von Commerz Real hat das Fondsmanagement zum Anlass genommen, weitere Büro- und Wohnimmobilien in Midtown-Manhattan und Brooklyn in Augenschein zu nehmen. Als versierte Käuferin prüft Commerz Real weltweit 3.000 bis 5.000 Optionen pro Jahr. Akquisitionen werden nur dann getätigt, wenn sie in das differenzierte und diversifizierte Portfolio passen. Der Kaufpreis ist dabei nur ein Faktor von vielen, da in erstklassigen Lagen kaum mit signifikanten Wertkorrekturen zu rechnen ist. Höhere Zinsen mögen andere Akteure abschrecken. Hinzu kommt das liquide Eigenkapital: Dank eines täglichen Cashflows, eines Barvermögens im Fonds von rund 2,3 Milliarden US-Dollar vor allem im hausInvest und einer soliden Währungsabsicherungs- und Prognosestrategie können Deals vergleichsweise rasch geschlossen werden – zum Beispiel, wenn es demnächst um den Kauf der ersten US-Wohnimmobilien geht.
 


1BNP Paribas, United States: New York/Manhattan office market – H1 2022: https://www.realestate.bnpparibas.com/market-research-new-york
2 BNP Paribas, United States: New York/Manhattan office market – H1 2022: https://www.realestate.bnpparibas.com/market-research-new-york
3 BNP Paribas, United States: Washington DC office market – H1 2022: https://www.realestate.bnpparibas.com/market-research-washington
4 BNP Paribas, United States: Washington DC office market – H1 2022: https://www.realestate.bnpparibas.com/market-research-washington
5 CoStar: Why Germany’s Commerz Real Isn’t Taking a Break on Investing in US Real Estate (costar.com)
Deal Magazin: http://www.deal-magazin.com/news/110514/Perspektive-Bueroimmobilienmaerkte-trotzen-dem-Homeoffice-Trendm  
7 CoStar: Why Germany’s Commerz Real Isn’t Taking a Break on Investing in US Real Estate (costar.com)
8 CoStar: Why Germany’s Commerz Real Isn’t Taking a Break on Investing in US Real Estate (costar.com)

 

Unser Standpunkt:

„Die Bedeutung des US-amerikanischen Immobilienmarkts steht für uns außer Frage. Nach wie vor legen wir dabei einen Fokus auf das Bürosegment. Obwohl durch Pandemie und Homeoffice-Trend zunächst stark gebeutelt, gibt es mittlerweile viele ermutigende Signale. Das zeigt sich insbesondere in den Metropolen New York City und Washington, D.C. Tendenziell wollen wir unser Engagement in den Vereinigten Staaten intensivieren und auf Wohnimmobilien ausweiten. Eine verantwortungsvolle Auswahl nach Qualitätskriterien bleibt dabei von entscheidender Bedeutung.“

Maja Procz, Global Head of Transactions, Commerz Real

 

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„Die Richtung stimmt, aber das Tempo nicht“


Yves-Maurice Radwan ist Head of Green Deal Infrastructure bei Commerz Real.



Herr Radwan, in Deutschland treibt viele die Sorge um einen „Energienotstand“ um. Droht uns ein kalter Winter?

Das hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab und ist deshalb schwer zu sagen. Primär steht natürlich die Versorgung mit Erdgas im Mittelpunkt und die Situation ist und wird voraussichtlich aufgrund der geopolitischen Entwicklungen sehr dynamisch bleiben. Aber da ein nicht ganz unwesentlicher Teil unserer grundlastfähigen Stromversorgung aus Gaskraftwerken stammt, ist indirekt natürlich auch die Stromversorgung betroffen. Aktuell kommt hinzu, dass Frankreich derzeit viel Strom importiert, da viele französische Kernkraftwerke aus unterschiedlichen Gründen derzeit nicht produzieren. Kurzum: Ja, der Winter wird ein Stresstest für unsere Energie- und Stromversorgung. Ich glaube aber nicht, dass in Deutschland die Lichter ausgehen. Dazu kann jetzt jeder Verbraucher seinen Teil beitragen, indem er sparsam mit Strom und Gas umgeht und Gas wo immer möglich substituiert.

Tut Deutschland denn das Richtige, um die mögliche Energiekrise zu überwinden und langfristig die Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern?

Grundsätzlich stimmt die Richtung: Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien einschließlich Wasserstoff und der benötigten Strominfrastruktur ist unausweichlich und langfristig der einzige Ausweg. Kurzfristig allerdings sind wir gezwungen, für die nächsten ein, zwei Winter auch fossile Alternativen zum Gas wieder stärker zu nutzen. Das ist bedauerlich, aber derzeit leider unvermeidbar. Deshalb ist es richtig, dass die Regierung nun noch mehr Druck beim Ausbau der erneuerbaren Energien erzeugen will. Dort liegt aber der Hase im Pfeffer: Die Absichten sind gut und auch der Kurs stimmt, aber das Tempo nicht. Der Ausbau verläuft noch immer nicht schnell und entschlossen genug.

Aber man kann ja nicht innerhalb von ein paar Monaten die Versäumnisse aus Jahrzehnten nachholen, oder?

Das ist sicher richtig, wobei ich betonen möchte, dass wir nicht nur über Versäumnisse reden sollten. Inzwischen ist der Anteil der Erneuerbaren am deutschen Strommix mit etwa 50 Prozent ja recht beachtlich. Lange Jahre war Deutschland beim Ausbau der Erneuerbaren Vorreiter in Europa. Insbesondere den Ausbau der Windenergie haben wir jedoch nicht konsequent weitergeführt und unsere Spitzenposition verloren. Wir könnten schon wesentlich weiter sein. Umso wichtiger ist es jetzt, den Trend umzukehren. Doch noch immer stockt der weitere Ausbau, unter anderem weil Genehmigungsprozesse zu lange dauern und keine geeigneten neuen Flächen mehr ausgewiesen werden.
 

Wirtschafts- und Justizministerium sind gerade dabei, das zu ändern – auch mit Blick auf andere Formen der Energieinfrastruktur.

Das ist dringend notwendig und absolut die richtige Stoßrichtung. Man darf gespannt sein, was am Ende dabei herauskommt und ob das auch funktionieren wird. In Teilen der Bevölkerung braucht man sicher noch ein anderes Bewusstsein und mehr Unterstützung für das Thema, auch wenn es die eigene Heimatregion betrifft. Die stark steigenden Strompreise könnten hierzu beitragen. Wichtig ist aber auch, dass das nicht allein die unmittelbaren Erzeugungskapazitäten betrifft, also Windenergie- oder Photovoltaikanlagen. Transport und Speicherung sind für ein nachhaltiges Funktionieren der Energiewende ebenso erforderlich, stellen derzeit aber Engpässe dar, die schnellstmöglich beseitigt werden müssen. Doch gerade dort geht es wegen schleppender Genehmigungsverfahren und lokalem Widerstand kaum voran.
 

Der zweite große Sorgentreiber ist die Inflation, die eng mit dem Thema Energieversorgung und Energiepreise verknüpft ist. Bei der Bauindustrie war schon Monate vor Kriegsausbruch in der Ukraine von einer Baukostenexplosion die Rede. Wie sind Sie bei Ihren Projekten damit umgegangen?

Bei unseren Projektentwicklungen decken wir möglichst große Teile der Wertschöpfungskette selbst und aus eigener Hand ab. Dadurch haben wir den Preisdruck und die Umsetzungsphase besser unter Kontrolle. Zudem ist es elementar, mit Zulieferern und Baudienstleistern früh in die Abstimmung zu gehen, um sich frühzeitig ein klares Bild über Kosten und Lieferzeiten machen zu können. Insbesondere Komponenten mit derzeit sehr langen Lieferzeiten wie zum Beispiel Transformatoren erfordern dabei mit Blick auf eine planmäßige Fertigstellung eine besondere Aufmerksamkeit. Natürlich geht das Thema trotz aller Vorsicht nicht komplett an uns vorüber – ebenso wenig wie die gestiegenen Finanzierungskosten –, aber wir haben die Lage insgesamt gut im Griff. Langfristig werden die höheren Gestehungskosten zumindest zum Teil auch vom höheren Ertragspotenzial infolge der gestiegenen Strompreise kompensiert werden können. Allerdings bleibt abzuwarten, ob wir nicht auch in Deutschland mit einem staatlichen Eingriff in den Markt rechnen müssen.
 

Lässt sich der Strombedarf Deutschlands überhaupt langfristig zu 100 Prozent aus Erneuerbaren decken?

Grundsätzlich ist das möglich, aber eine große Herausforderung – zumal der Strombedarf perspektivisch nicht sinken, sondern steigen wird, nicht zuletzt durch die Umstellung auf Elektromobilität und strombetriebene Heizungen. Der weitere entschlossene Ausbau der Erzeugungskapazitäten ist deshalb dringend erforderlich. Doch nicht nur das: Entscheidend ist nicht nur die produzierte Strommenge, sondern auch deren Grundlastfähigkeit. Um diese zu gewährleisten, müssen neben den Erzeugungs- vor allem auch die Speicher- und Netzkapazitäten ausgebaut werden: Pumpspeicher, Batterien, Power-to-Gas, „grüner“ Wasserstoff, smarte Übertragungsnetze und vieles mehr. Zudem müssten die europäischen Stromnetze noch stärker integriert werden, um die Erzeugungsprofile zu diversifizieren und somit zu glätten. Und nicht zuletzt gilt es, möglichst alle erneuerbaren Energiequellen zu nutzen, also nicht nur Wind und Sonne, sondern auch Wasserkraft, Geothermie und Biomasse. Freilich wird die Hauptlast bei Windenergie und Photovoltaik liegen – also den beiden Erzeugungsarten, die auch für Commerz Real im Mittelpunkt stehen.

 

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