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Sonnenstrom vom Feld: Commerz Real steigt mit Klimavest in Agri-Photovoltaik-Markt ein

Als erster großer Vermögensverwalter in Deutschland hat die Commerz Real für ihren Impact-Fonds Klimavest ein Projekt im Bereich der sogenannten Agri-Photovoltaik, kurz Agri-PV, erworben.

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Sonnenstrom vom Feld: Commerz Real steigt mit Klimavest in Agri-Photovoltaik-Markt ein

Als erster großer Vermögensverwalter in Deutschland hat die Commerz Real für ihren Impact-Fonds Klimavest ein Projekt im Bereich der sogenannten Agri-Photovoltaik, kurz Agri-PV, erworben.

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Schwerpunktthema: Innovative Erneuerbare Energien

Der Umbau der Energieversorgung in Deutschland und Europa ist in vollem Gange – und hat mit dem Kriegsausbruch in der Ukraine noch eine zusätzliche Dynamik erhalten. Mit dem „Osterpaket“ haben Robert Habeck und sein Ministerium ihre ambitionierten Ziele nochmals hochgeschraubt. Neben diversen Fördermaßnahmen sollen vor allem Genehmigungsverfahren beschleunigt und dem Ausbau der Erneuerbaren Priorität eingeräumt werden. Damit setzt er an einem richtigen Hebel an. Doch ganz ohne Zielkonflikte bei der Flächennutzung wird es in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland nicht gehen. Deshalb kommt innovativen Lösungen zu einer effizienten Flächennutzung wachsende Bedeutung zu. Hiermit wollen wir Ihnen zwei Ansätze vorstellen: Floating- und Agri-Photovoltaik. Letztere sollen Ackerbau und PV-Nutzung auf ein und derselben Fläche möglich machen. Außerdem erläutern wir, wie sich Erneuerbare-Energie-Investments in Zeiten mit hoher Inflation schlagen, warum wir kürzlich zwei größere Photovoltaikanlagen in Schweden angekauft haben und was es eigentlich bedeutet, in 150 Metern Höhe einen Wartungstermin für eine Windenergieanlage wahrzunehmen. Viel Spaß beim Lesen!

Inflationsschutz: Mit Erneuerbaren der Teuerung trotzen

Die Inflation steigt und steigt. Im März 2022 erreichte die Teuerung ein historisches Hoch von 7,3 Prozent1 – so viel wie noch nie im wiedervereinigten Deutschland. Weil die galoppierende Geldentwertung weiterhin auf ein Niedrigzinsumfeld trifft, müssen Anleger besonders kreativ werden, um Vermögen abzusichern. Sachwerte sind in diesem Szenario ein Mittel der Wahl, denn ihre Preise und Kurse steigen in aller Regel mit den Inflationsraten. Der Grund: Während reine Geldwerte durch die Inflation an Kaufkraft einbüßen, besitzen reale Anlageformen wie Unternehmensanteile, Immobilien oder Rohstoffe einen vom Geld unabhängigen echten Wert, dessen Preis regelmäßig mit der Inflation steigt.

Das gilt auch für Energieinfrastrukturanlagen und insbesondere für Investitionen in erneuerbare Energien. Sie profitieren darüber hinaus sogar doppelt: Denn ein Haupttreiber der Teuerung sind steigende Strompreise – und diese beruhen nicht zuletzt auf strukturellen oder geopolitischen Faktoren, sind also teils sehr langfristig wirksam. Im Newsletter erklären wir, warum Investitionen in erneuerbare Energien dadurch besonders gut vor Inflation schützen können und welche Chancen sich für Investoren am Strommarkt ergeben.

Energieerzeuger unter Druck

Bereits im vergangenen Jahr stiegen die Energiepreise massiv und trieben die Inflationsraten in die Höhe. Die Preise im Sektor Energie wuchsen im Vergleich zur Kerninflation in der EU fast doppelt so schnell. Im März lag die Energiepreisinflation in Deutschland mit 39,5 Prozent Preisauftrieb gegenüber dem Vorjahr sogar mehr als fünfmal so hoch wie die Gesamtinflation. Der Anstieg dürfte sich im Jahr 2022 noch weiter verschärfen. Verantwortlich waren zuletzt vor allem der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland, die zu einem massiven Preisanstieg bei fossilen Rohstoffen geführt haben: Gas, Erdöl, Braun- und Steinkohle sind teuer wie nie.

Ein weiterer vorübergehend preistreibender Faktor sind die ambitionierten Klimaziele der EU: Emissionslastige Energieerzeuger müssen für jede Tonne ausgestoßenen Kohlendioxids CO²-Zertifikate erwerben. Der konsequente Pfad zur Klimaneutralität wird die Energiepreise also bis zur weitgehenden Dekarbonisierung unserer Energieversorgung weiter nach oben drücken. Während dieses inflationäre Umfeld bei Betreibern thermischer Kraftwerke einen enormen Preisdruck verursacht, kommt er Produzenten von erneuerbaren Energien zugute. Das Ergebnis klingt kurios: Die hohen Energiepreise, die die Inflation verursachen, sind im Fall der Erneuerbaren gleichzeitig ein wirksamer Schutz dagegen.

Absicherung durch Strompreis

Um das noch besser zu verstehen, ist ein Blick in die Preisgestaltung an Strommärkten hilfreich. Sie lässt sich über das sogenannte Merit-Order-Modell erfassen, demzufolge für Kraftwerke bei der Stromherstellung eine Einsatzreihenfolge nach Vorteilhaftigkeit gebildet wird. Bedeutet: Um die Stromversorgung möglichst effizient zu gestalten, wird die Nachfrage zuerst durch die Produzenten mit den geringsten Grenzkosten gedeckt. Das sind Kraftwerke, die Strom ohne teure Rohstoffe produzieren können, zunächst also Solar- und Windkraftanlagen, da Wind und Sonne ja nichts kosten. Je höher nun die Stromnachfrage, umso teurere Kraftwerke werden dazugeschaltet. Das bedeutet, dass nach und nach emissionslastigere Kraftwerke, die fossile Brennstoffe benötigen, zum Einsatz kommen. Der Rohstoffeinsatz steigt mit der Nutzung dieser Kraftwerke immer weiter an – und damit steigen auch die Grenzkosten für die Energieproduktion.

Den Börsenpreis für Strom bestimmt nun am Ende das sogenannte Grenzkraftwerk – also das letzte Stromangebot, das an der Börse gerade noch einem Abnehmer findet. Unabhängig von individuellen Grenzkosten einzelner Anbieter gilt dieser Preis dann für alle Energieerzeuger in der Versorgerkette.

Weil die Ressourcen Sonne und Wind im Betrieb kostenlos und damit preisstabil sind, profitieren Nutzer erneuerbarer Energien davon besonders stark. Thermische Kraftwerke gleichen höhere Grenzkosten über den Strompreis aus. Für die Produzenten regenerativer Energien bedeutet das Preishoch am Strommarkt nicht nur Inflationsschutz, sondern erhört zudem die Gewinnmargen für den Anteil der Produktion, der am Spotmarkt veräußert wird.

 

Verschiedene Vermarktungsmodelle

Mit Infrastruktur-Investments in erneuerbare Energien können Anleger also an der Strompreisentwicklung partizipieren. Die Ertragsstruktur eines Investments hängt dabei jedoch nicht primär vom Strompreis selbst, sondern vor allem vom Vermarktungsmodell der Erzeuger ab. Bei der herkömmlichen Lieferung nach Einspeisevergütung speisen Energiekraftwerke ihren Strom zu festen und staatlich garantierten Konditionen über längere Zeiträume ins Netz. Dabei handelt es sich allerdings um ein Auslaufmodell, das nach und nach durch marktorientierte Varianten verdrängt wird.


Hier entwickelt sich das Vermarktungsmodell mit einem Power Purchase Agreement (kurz PPA) langsam zum Marktstandard für Infrastruktur-Investments in erneuerbare Energien.


PPA-Stromlieferverträge schließen Anlagenbetreiber mit privaten Abnehmern ab: Strommengen, Lieferzeiträume und Preise werden individuell verhandelt und vertraglich fixiert. PPAs bieten Planungssicherheit und schützen gegen Preisschwankungen nach unten (Downside Protection). Möglicher Nachteil: Investoren verzichten teilweise auf Überrenditen, profitieren also beim Cashflow nicht oder nur teilweise von Preissteigerungen am Strommarkt.

Eine Alternative zu solchen Absicherungsstrategien sind teilweise oder reine Marktmodelle. Hier verkaufen Energieerzeuger ihren Strom direkt über Spotmärkte von Energiebörsen. Anlagenbetreiber im Bereich erneuerbarer Energien können an Börsen Höchstpreise erzielen und ihren Investoren zu Überrenditen verhelfen. Die Kurse dort sind allerdings sehr volatil und es fehlt die Absicherung nach unten. Im schlimmsten Fall sind dabei sogar negative Preise für Netzeinspeisungen möglich. Durch aktives Asset Management lassen sich Marktkomponenten mit Absicherungsstrategie von PPAs kombinieren. Das ist zum Beispiel bei „Route-to-market“-Verträgen der Fall. Diese Vertragsvariante ermöglicht Energieerzeugern einen Zugang zum Strommarkt, da immer ein Anteil der Lieferung zu Börsenpreisen abgenommen wird – und ein anderer zu sicheren Preisen.

1www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/03/PD22_137_611.html
 

Unser Standpunkt:

„Aufgrund hoher Grenzkosten bei thermischen Kraftwerken profitieren erneuerbare Energien im aktuellen Inflationsumfeld besonders von steigenden Strompreisen. In dieser Hinsicht können Investitionen in regenerative Energieinfrastruktur tatsächlich einen wirksamen Inflationsschutz bieten. Die Realisierung der Chancen hängt jedoch stark vom Vermarktungsmodell ab. Die richtige Balance zwischen Preisstabilität und der Nutzung von Upside-Potenzialen am Markt erfordert aktives Asset-Management.“

Barkha Mehmedagic, Global Head of Institutional Sales and Group Treasury, Commerz Real

 

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Auf Feldern und Seen – die nächste Generation der Photovoltaik

80 Prozent Anteil Erneuerbarer Energien am Strommix Deutschlands bis 2030 – so eröffnete Bundesminister Robert Habeck zu Jahresbeginn die Perspektive auf die kommenden Jahre in der Energiewende. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. McKinsey stellt im aktuellen Energiewende-Index fest, dass sich der Ausbau von Windparks an Land verdoppeln, auf See verdreifachen und der von Solaranlagen allgemein vervierfachen muss, um das Ziel der Bundesregierung erreichen zu können.

Eine Verschärfung der ohnehin bestehenden Konflikte in der Flächennutzung ist somit vorprogrammiert: Wo sollen all die neuen Flächen, gerade für den Ausbau der Photovoltaik (PV), entstehen? Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat dazu seine Vorstellungen geäußert: Alle geeigneten Dachflächen sollen genutzt werden, gewerbliche Neubauten sollen verpflichtend mit Solaranlagen ausgestattet sein, private Neubauten auch stärker als zuvor. Doch ob das ausreicht?

Eine ergänzende Alternative wäre die Nutzung von Wasser- und Agrarflächen – ohne den Anbaupflanzen das auch von ihnen benötigte Sonnenlicht zu verwehren. Doch in der Tat gibt es entsprechende innovative Ansätze, den Anbau von Nahrungsmitteln und die Stromproduktion durch PV auf ein und derselben Fläche zu vereinen: Die Rede ist von „Agri-PV“, hinzu kommt „Floating PV“ für Wasserflächen. Wie ist der aktuelle Entwicklungsstand?

Landwirtschaft neu denken - mit Agri-PV zur effizienteren Flächennutzung

Agri-PV bezeichnet die doppelte Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen zur gleichzeitigen Gewinnung von Strom durch auf diesen Flächen installierte Photovoltaikanlagen. Das Konzept wird maßgeblich vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE vorangetrieben. Es bietet deshalb Potenzial, weil es flexibel ist und auf die jeweilige landwirtschaftliche Nutzung konkret abgestimmt werden kann.

Unabhängig davon, wie groß die angebaute Pflanze ist, ob es sich um Obst, Getreide oder Sonderkulturen handelt, unabhängig davon, ob in Deutschland, im Mittelmeerraum oder in Afrika: Die Anlagen sind überall einsetzbar und können je nach Konzeption sogar die Effizienz des Anbaus steigern. In besonders heißen Gegenden können die Solarpanels so über den Pflanzen angebracht werden, dass die Sonneneinstrahlung auf die Pflanzen reduziert und das Mikroklima dadurch verbessert wird. Zusätzlich kann mithilfe der Anlagen Wasser aus der Luft kondensiert und aufgefangen werden, welches die Pflanzen direkt bewässert oder zur anderweitigen Nutzung abgeführt wird. Diese mehrfache Nutzung steigert die Effizienz der Nutzflächen und ist eine besonders wirksame Methode für die zukünftige Landwirtschaft unter heißeren klimatischen Bedingungen weltweit. Auch in kühleren Regionen erfüllen die Anlagen dreifachen Nutzen durch zusätzlichen Schutz vor Hagel, Frost und Unwetter.

Die Zahlen des Fraunhofer-Instituts zur Nutzung legen offen, dass die Nachfrage nach Agri-PV-Anlagen noch niedrig ist, aber exponentiell steigt. 2012 waren weltweit noch um die 5 MWp, 2018 schon circa 2,9 GWp und 2020 mehr als 14 GWp an Leistung installiert. Mehrere Länder bieten schon seit Jahren staatliche Förderprogramme diesbezüglich an, darunter Japan, China, Frankreich, die USA und Südkorea. Das technische Potenzial allein für Deutschland beziffert das Fraunhofer-Institut auf circa 1,7 TWp, was dem Hundertzwanzigfachen der aktuell weltweit installierten Leistung entspricht. Deutlich wird: Das Potenzial ist riesig und noch lange nicht ausgeschöpft.
 

Wie auf dem Feld, so auf dem Wasser

Die Konzeption von Floating PV ist vergleichbar. Hierbei geht es darum, ungenutzte Flächen auf künstlichen Seen dafür zu verwenden, schwimmende PV-Anlagen zu installieren. Darunter fallen etwa geflutete Gruben aus dem Tagebau oder Stauseen. Zwar werden diese Flächen dadurch nicht doppelt genutzt, doch entstehen dennoch wertvolle Synergieeffekte. Das Wasser kühlt die Solarmodule und die Module wiederum verringern den Sonneneinfall aufs Wasser, sodass sich weniger das Ökosystem belastende Algen bilden. Auch ist es möglich, die Floating PV-Anlagen mit Wasser- oder Windkraft zu koppeln, um die umliegenden Flächen noch effizienter zu nutzen, Wetterfluktuationen entgegenzuwirken und Wartungsprozesse zu optimieren.

Im Gegensatz zu Agri-PV ist Floating PV noch kein sonderlich verbreitetes Nutzungskonzept auf  Wasserflächen. Die weltweit installierte Leistung aller Anlagen bezifferte das Fraunhofer-Institut für Anfang 2021 mit etwa 2,6 GWp. Dennoch ist auch hier das Ausbaupotenzial nennenswert: Allein für Deutschland beläuft es sich auf 44 GWp, was dem Siebzehnfachen der aktuell weltweit installierten Leistung entspricht.
 

Ausblicke auf eine "grüne" Zukunft

Spätestens durch die bald gesetzlich verankerten Anreize der Bundesregierung sollte sich die Nutzung innovativer Konzepte wie Agri-PV und Floating PV stärker verbreiten. Der mehrfache Nutzen ermöglicht es Landwirten, Energieversorgern mit stillgelegten Braunkohlegruben und institutionellen Investoren, die wirtschaftliche Effizienz der Betriebe oder Investments zusätzlich zu erhöhen und gleichzeitig zu einem "grüneren" Strommix beizutragen. Dass innovative Ideen zu Wirklichkeit werden und sich exponentiell verbreiten, ist mehr als begrüßenswert und eine willkommene Entwicklung für die Energieherstellung von morgen.

 

Unser Standpunkt:

„Wir verfolgen die Entwicklungen im Energiesektor sehr genau und schauen uns stetig nach neuen Investmentmöglichkeiten um. Agri- und Floating PV sind zweifelsfrei Vorstöße in die richtige Richtung. Bis diese Technologien sich aber endgültig bewährt und ihre Rentabilität bewiesen haben, beobachten wir erst einmal weiter, um im richtigen Moment eine möglichst sichere Investition zu tätigen.“

Yves-Maurice Radwan, Head of Green Deal Infrastructure, Commerz Real

 

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Asset-Management in 150 Meter Höhe

Asset-Management findet bei der Commerz Real nicht nur am Schreibtisch statt. Michael Volkmer, Diplom-Ingenieur und Asset-Manager bei der Commerz Real, klettert etwa 15 Mal pro Jahr in die Gondel einer Windenergieanlage, um bei gravierenden Störungen nach dem Rechten zu sehen. Solch ein Ausflug ist weniger trivial als die Begehung einer Immobilie. Unter Höhenangst oder Klaustrophobie jedenfalls darf Michael Volkmer nicht leiden.

"Die Begehung einer Windkraftgondel durch unsere Asset-Manager wird dann notwendig, wenn es im Zuge von Störsituationen zu Diskussionen in Haftungsfragen kommt, Gutachterbeurteilungen nicht eindeutig ausfallen oder der Hersteller seiner Gewährleistungspflicht nicht nachkommt“, erklärt Volkmer.

„Eine Inspektion vor Ort kann am Ende viel Abstimmung ersparen. Voraussetzung ist natürlich ein profundes technisches Verständnis des Aufbaus und der Funktionsweise einer solchen Anlage.“

Michael Volkmer, Diplom-Ingenieur und Asset-Manager bei der Commerz Real.

 

„Dann ist es immer hilfreich und manchmal notwendig, dass sich der Asset-Manager ein eigenes Bild von der Lage macht, um gegenüber den Vertragsparteien entsprechend argumentieren zu können. Eine Inspektion vor Ort kann am Ende viel Abstimmung ersparen. Voraussetzung ist natürlich ein profundes technisches Verständnis des Aufbaus und der Funktionsweise einer solchen Anlage.“

Die Herausforderungen beginnen allerdings schon am Boden. Um die Gondel zu erreichen, sind zunächst bis zu 150 Höhenmeter zu überwinden. Dazu gibt es in der Regel eine enge Aluminiumbox, die sich als eine Art Aufzug die endlose Leiter im Inneren des Turms hinaufzieht. „Der Elektromotor fällt auch manchmal aus, dann bleibt einem nichts anderes als die Leiter übrig“, berichtet Volkmer. Ausgestattet ist er dabei mit einer vollständigen Personalschutzausrüstung, Helm, Sicherheitsschuhen und Ohrenschützern gegen den Lärm oben in der Gondel – Ausrüstung, die alles in allem fast 30 Kilogramm wiegt.

Um überhaupt die Anlagen besteigen zu dürfen, muss sich Volkmer jährlich einer Gesundheits- und Höhentauglichkeitsprüfung unterziehen. Hinzu kommen Lehrgänge zur Höhenrettung – im Falle eines Unfalls kommt schließlich keine Bergwacht mit dem Hubschrauber. Man muss dort oben in der Lage sein, sich selbst beziehungsweise seinen Begleiter im Ernstfall sicher wieder nach unten zu bringen. In der Regel dürfen lediglich zwei Leute gleichzeitig den Turm besteigen.

Der Aufzug endet etwa zehn Meter unterhalb der Gondel, die letzten Meter müssen zur Begehung selbst erklommen werden. Dabei hängt es von der Konstruktion ab, ob die Nabe von unten, über einen Außenzugang oder durch eine Dachluke betreten wird. In der Gondel selbst herrscht große Enge und je nach Windverhältnissen ist es auch sehr laut. „Dabei darf man nicht vergessen, dass man sich in einem kleinen Kraftwerk befindet“, sagt Michael Volkmer. „Da muss man schon darauf achten, dass man nicht versehentlich die falsche Stelle berührt – oder sogar an den Notschalter kommt.“ Und man sollte auch darauf achten, wohin man tritt: „Die Außenhaut ist an manchen Stellen nur wenige Zentimeter stark.“

Michael Volkmer ist kein Mechaniker. Seine Aufgabe besteht nicht darin, selbst Hand anzulegen und technische Probleme vor Ort zu lösen. Er muss die Ursachen von Störungen erkennen und verstehen – und mit diesem Wissen die Interessen der Investoren gegenüber den Vertragspartnern vertreten. Würde es dazu nicht genügen, sich auf Einschätzungen und Fotos von Wartungsmonteuren oder Gutachtern zu verlassen? „Nein“, antwortet Volkmer, „nur wenn ich mir selbst ein realistisches Bild von der Lage mache, kann ich andere von unserer Position überzeugen.“

 

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Commerz Real steigt in schwedischen Photovoltaikmarkt ein

Es ist eine der bislang größten Transaktionen im schwedischen Solarenergie-Markt: Die Commerz Real hat für ihren „Institutional Renewable Energies Fund II“ zwei Solarpark-Projekte mit einer Gesamtleistung von 69 Megawatt Peak (MWp) erworben: „Kings Roar“ mit 21,7 MWp Nennleistung in der Gemeinde Västerås, rund 100 Kilometer westlich der schwedischen Hauptstadt Stockholm, und „Tierpark“ in Tierp, etwa 130 Kilometer nördlich, mit circa 47,3 MWp. Nach geplanter Fertigstellung 2023 sollen beide Parks jährlich knapp 295 Tonnen Kohlenstoffdioxid-Emissionen im Vergleich zum konventionellen Strommix vermeiden. Verkäufer des Projekts ist der schwedische Projektentwickler Helios Nordic Energy.

Aktuell verwaltet die Commerz Real mehr als 50 Solarkraftwerke und über 30 On- und Offshore-Windparks mit einer Gesamtnennleistung von mehr als 1,4 Gigawatt. Mit dem Investment in Schweden diversifizieren wir das Portfolio weiter geografisch.

Strombedarf von etwa 8.500 schwedischen Haushalten

Dabei ist Schweden ein attraktiver und wachsender Photovoltaikmarkt. Dies liegt vor allem daran, dass bereits vor einigen Jahren die sogenannte „Netzparität“ erreicht werden konnte. Das ist der Zeitpunkt, ab dem die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energiequellen genauso hoch sind wie für den Strom, der beim Netzbetreiber eingekauft wird. Die in den beiden Solarparks erzeugte Energie deckt, gemäß den Daten des Statistischen Amtes der EU Eurostat, den durchschnittlichen jährlichen Strombedarf von etwa 8.500 schwedischen Haushalten.Helios wird sich über die volle Laufzeit hinweg um Betrieb und Wartung der Anlagen kümmern.

Unser Standpunkt:

„Der schwedische Markt für Photovoltaik bietet in ausgewählten Regionen attraktive Rahmenbedingungen. Nachdem bereits vor einigen Jahren Netzparität erreicht wurde, können wir hier in einem wachsenden Solarmarkt unser Portfolio für unsere institutionellen Investoren weiter geografisch und nach Stromerzeugungsarten diversifizieren.“

Yves-Maurice Radwan, Head of Green Deal Infrastructure, Commerz Real

 

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